Nimm du ihn, ich hab ihn sicher!

Wir werden häufig gefragt, warum wir immer noch so viele Seminare und Projektarbeit im Bereich Kommunikation durchführen, es sei doch langsam ein „alter Hut“ oder nicht mehr „up to date“.  Na klar, für viele läuft Kommunikation genau so ab, wie beim Sport-Zitat: Nimm du ihn, ich hab ihn sicher. No more questions asked.  Ja so easy ist das halt mit dem Kommunizieren: es prallen Generationen, Werte, Persönlichkeiten, Slangs und Erfahrungen auf gefühlt 193 Kanälen (online wie offline) aufeinander – aber klar, haben wir alles im Griff und verstehen uns ganz genau.

Oder doch nicht? Oder geht es irgendwie doch noch besser, auch jetzt noch nach Jahrhunderten Kommunikationsarbeit? Und genau für diese Fragen, arbeiten wir weiterhin voller Energie an diesem Thema, wenn auch sicherlich differenzierter und häufig kleinteiliger.

Ein schönes Instrument, um im Kommunikationsdschungel ein bisschen durchzusehen sind, nach wie vor, Persönlichkeits- oder Kommunikationsmodelle.

DISG, Big Five, persolog®, Persönlichkeitsmodell nach Freud, Insights….die Auswahl an geeigneten Modellen ist (nach wie vor) groß. Aber sind solche Modelle, in unserer schnellen, diversen und multidimensionalen Welt, noch aktuell und nutzbar?

Kleiner Exkurs vorab (für alle die bei Persönlichkeitsmodellen ausgestiegen sind): 

Persönlichkeitsmodelle beschreiben unterschiedliche menschliche Verhaltensmerkmale. Ziel ist es, unser Verhalten auf den größtmöglichen gemeinsamen Nenner zu bringen, dies vereinheitlicht werden und leicht veranschaulicht werden kann.  Man könnte fast sagen „alter Wein in neuen Schläuchen“, denn schon die alten GriechInnen sollen sich darüber Gedanken gemacht haben, welche Faktoren die Persönlichkeit eines Menschen bestimmen. Seither forschen und studieren immer mehr das Verhalten von Menschen und entwickeln die Gedanken von damals in unterschiedlichen Modellen immer weiter.  

Long Story short: Persönlichkeits-MODELLE sind daher leicht verständliche Abbildungen komplexer Verhaltensweisen und dienen unter anderem dazu

  • Gemeinsame Blickwinkel zu finden oder neue zu entdecken
  • Verständnis und Sensibilität für „andere Sichtweisen und Denkwelten“ zu wecken
  • Kommunikation in kleine Einzelteile zerlegen und (neu) wieder zusammen bauen zu können
  • einen Einstieg in verschiedene Kommunikationswelten zu finden oder 
  • sich intensiv mit der eigenen Persönlichkeitsentwicklung zu beschäftigen

Für uns besteht zudem ein großer Mehrwert in der einfachen Anwendung sowie der Nutzbarkeit aufbauender Module/Ausprägungen, daher haben wir uns für die Arbeit mit dem persolog® Persönlichkeitsmodell entschieden. Als zertifizierte Trainerinnen können wir sowohl „Kommunikationseinsteigern“ als auch gezielte Deep Dives zu Veränderungspotenzialen und Anwendungsfeldern (Teamentwicklung, Mentoring, On Boarding, Rekruiting…) anbieten. Und ja, vielleicht zielen Persönlichkeitsmodelle auf „Stereotype“ ab, arbeiten mit Vorurteilen und sind nicht auf den letzten Buchstaben theoretisch belegt.

Reminder an dieser Stelle: es sind Modelle. Wie ein Legogebilde: das Ding alleine ist vielleicht nicht optimal und bringt uns vielleicht auch nicht so viel. Wir müssen es auseinander bauen, verfeinern, mit Leben füllen, in coole Welten (Kontext) setzen und damit spielen, damit es uns Freude bringt.

Gleiches gilt für den Umgang mit Persönlichkeitsmodellen: Die Theorie alleine bringt uns nicht viel weiter, das Anwenden, Hinterfragen, Diskutieren darüber, was Eigenes draus machen und einen individuellen Kontext geben hingegen bringt Veränderungen.

Schauen wir uns das persolog® Persönlichkeitsmodell doch einmal genauer an:

Beim persolog® Persönlichkeitsmodell gibt vier verschiedene idealtypische Verhaltensstile, den dominanten Verhaltensstil, den initiativen Verhaltensstil den stetigen Verhaltensstil und den gewissenhaften Verhaltensstil. Jeder Mensch besitzt und lebt alle vier Verhaltensstile, allerdings in einer unterschiedlich starken Ausprägung. Es gibt Menschen, die sind eher initiativ und andere eher stetig, dominant oder gewissenhaft. Im Folgenden werden die einzelnen Verhaltensstile kurz beschrieben:

Initiativ:

Menschen mit dem Schwerpunkt in dieser Verhaltensdimension haben den Drang, andere zu motivieren, sich auszudrücken und gehört zu werden. Sie möchten andere überzeugen und beeinflussen. 

Dominant:

Menschen mit dem Schwerpunkt in dieser Verhaltensdimension haben den Drang, Kontrolle zu übernehmen und Ergebnisse zu erzielen. Sie möchten Herausforderungen annehmen und siegen. 

Stetig:

Menschen mit dem Schwerpunkt in dieser Verhaltensdimension haben den Wunsch nach Stabilität und Harmonie. Sie möchten andere unterstützen und für geordnete Beziehungen sorgen.  

Gewissenhaft:

Menschen mit dem Schwerpunkt in dieser Verhaltensdimension haben den Drang, das Richtige „perfekt“ umzusetzen. Sie wollen Ärger vermeiden und achten auf Präzision und Genauigkeit.  

Was heißt das jetzt? 

Wir sind alle eine schöne Mischung aus rot, blau, grün und gelb. Das Spannende ist nur:

  • wieviel „von jeder Farbe“ haben wir,
  • wie wirkt sich das aus,
  • welche Stärken und Schwächen habe ich aus Sicht meines Umfeldes
  • und könnte ich meine Stärken und Ausprägungen nutzen und wie tue ich es bereits?

Im Modell sieht dieser Persönlichkeitsmix dann folgendermaßen aus:

Diese Person hat großen Anteil an Blau (Gewissenhaftigkeit) und grün (Stetigkeit) und somit einen Schwerpunkt im introvertierten Bereich. Kommunikativ ist diese Person also eher ruhig, besonnen, überlegt, zurückhaltend, abwägend. Entsprechend wählt sie ihre Sprache, Bewegungen und Aktionen. Die Bereiche rot (Dominanz) und gelb (Initiativ) sind nicht so stark ausgeprägt. Die Person wird daher wenig als Kommunikationsstark, kreativ, impulsiv, aufbrausend, fordern wahrgenommen oder hat deutliche Schwächen in diesem Bereich.

Natürlich ist das jetzt an der Oberfläche gekratzt, jedoch könnte man schon mit diesen wenigen Informationen ins Gespräch gehen:

Findet sich die Person im Modell wieder? Bzw. sieht die ihre Stärken gut verteilt? Woran macht sie das fest und woran könnten das andere fest machen? Was macht das wenige Initiative gelb mit der Person? Ist es für sie eine Schwäche, ein Hindernis, beruht es auf einem Glaubenssatz und hat sie eventuell schon Strategien gefunden um das gelb auszugleichen? Häufig wird, für solche intensiven und individuellen Entwicklungsgespräche die Methode Coaching gewählt. Die Arbeit an und mit sich selbst ist anstrengend und geht oft mit tiefen Einblicken oder blinden Flecken einher – das ist ein Fall für 4 Augen und nicht mehr.


Wer Lust bekommen hat, seine Kommunikationsskills auf ein neues Leven zu bringen, schreibt uns gern an. Damit ihr euch nicht mehr mit „Nimm du ihn, ich hab ihn sicher“ zufrieden geben müsst.

Ciao Kakao,
euer JUNACO-Team

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